MIZ - Medikamenten - Info für Zahnärzte (Version 2)
Idee und Grundlagen
Bei MIZ handelt es sich um eine Windows-Programm mit integrierter Datenbank, die Informationen über zahnärztlich relevante Nebenwirkungen der von den Patienten regelmäßig eingenommenen Medikamente sowie über die Wechselwirkungen mit den Medikamenten, die der Zahnarzt gewöhnlich verschreibt oder anwendet, enthält. Das Programm stellt die Neben- und Wechselwirkungen zusammen und präsentiert sie in übersichtlicher Form, entweder als Datei, die in die Zahnarztsoftware übernommen werden kann, oder als Ausdruck für die Kartei.
Die Entwicklung beruht auf der Erfahrung, daß zunehmend Patienten, die unsere Praxen besuchen, lange Medikamentenlisten mitbringen, die wir Zahnärzte kaum interpretieren können, da es uns einfach - mangels Routine - an dem notwendigen Wissen fehlt. Natürlich kennen wir Marcumar oder ASS, aber beispielsweise bei den in der letzten Zeit zunehmend ins zahnärztliche Interesse gerückten Bisphosphonaten kennen nur die wenigsten die gängigen Handelsnamen.
Das Recherchieren dieser Medikamentenlisten, etwa an Hand der Roten Liste®, ist sehr zeitaufwendig. Das Ziel der Entwicklung war es deshalb, die zahnärztlich relevanten Informationen möglichst zeitsparend aufzubereiten und dafür zu sorgen, daß der Vorgang der Zusammenstellung durch die Fachangestellte, etwa der Rezeptionshelferin, erfolgen kann. Die Auswertung und Interpretation bleibt natürlich dem Zahnarzt vorbehalten.
Auf dem deutschen Arzneimittelmarkt werden über 8000 Fertigarzneimittel angeboten. Da es unmöglich war, diese alle zeitnah zu berücksichtigen, mußte eine Auswahl getroffen werden. Diese beruht auf dem jährlich erscheinenden Arzneiverordnungsreport *, in dem die tatsächlich in Deutschland verordneten Medikamente nach Indikationsgruppen erfaßt werden. Die Datenbankauswahl erfaßt die am häufigsten verschriebenen Medikamente, die unter ihrem Handelsnamen vertrieben werden (beispielsweise Adalat®), aber auch die Wirkstoffnamen (im Beispiel: Nifedipin {Nife}), die Bestandteil der Handelsnamen der meisten Generika sind (im Beispiel Nifedipin STADA® oder Nifedipin - ratiopharm®). Mit dem Wirkstoffnamen werden in geschweiften Klammern die gängigen Abkürzungen angegeben (im Beispiel:{Nife}), die bei Generika Verwendung finden (z.B.: Nife-CT®). Auf diese Weise, da ein großer Teil der Medikamente als Generika verschrieben werden (Im Jahr 2010 über 70%), lassen sich mit relativ wenigen Datenbankeinträgen über 90% der tatsächlich verschriebenen Medikamente (bezogen auf die Menge der Verordnung) erfassen. Im Moment sind ca. 1000 Handelsnamen und Wirkstoffnamen in der Datenbank.
Ausgewählt wurden zudem im Wesentlichen Medikamente zur Behandlung chronischer Erkrankungen. Nimmt der Patient ein Akutmedikament, etwa ein Antibiotikum zur Behandlung einer Sinusitis, wird er uns das in der Regel gesondert mitteilen und wir können darauf Rücksicht nehmen; mit dem Absetzen des Medikamentes nach wenigen Tagen werden auch die Nebenwirkungen - soweit sie überhaupt für uns relevant sind - verschwunden sein.
*Arzneiverordnungs-Report (jeweilige Jahreszahl), Springer Verlag Berlin Heidelberg. Die jetzige Datenbankauswahl beruht auf dem Report 2011, basierend auf den Verordnungen 2010.

